Interview "Ich singe für eine gerechtere Welt"

Hallo Susanne.

Danke, dass du uns ein paar Fragen beantwortest.

1) Magst du ein paar Worte zu Dir sagen?

Hallo ihr,

das mache ich gerne.
Ich bin gebürtige Flensburgerin, verheiratet und Mutter zweier erwachsener Kinder. Ich lebe seit fast 40 Jahren mit meiner Familie im schönen Angeln, genauer gesagt im beschaulichen Husby.

Ich habe als Kind immer schon gern` gesungen; in der Familie, in der Schule, im Kinderkirchenchor.

Seit der Gründung unseres Gospelchores „Colours of Gospel Husby“  im Jahr 2000 Jahr singe ich dort mit. Seitdem lässt mich die Gospelmusik nicht mehr los.

Unser Chor führt im Jahr zwei Projekte durch, die ca. 8-10 Wochen Jedes Projekt endet mit einem Gospel-Gottesdienst, in der Regel begleitet von einer kleinen Gospelband.

2002 waren wir mit einer kleiner 10-köpfigen Abordnung zum 1. Gospelkirchentag in Essen.

Von da an ließen wir uns keinen GoKiTag mehr entgehen und fahren meistens mit dem ganzen Chor per Bus zu unserem Chor-Highlight. Damit es zwischen den jeweiligen Gospelkirchentagen auch immer ein Highlight gibt, organisiere ich seit 2005 in unserer Gemeinde Gospel-Wochenendworkshops  Diese Workshops erfreuen sich großer Beliebtheit und sind meistens schnell ausgebucht.

Als im Jahr 2010 unsere Chor-Gründer- u. Chorleiterin mit Ihrem Mann nach Dänemark ging, um sich dort neuen Herausforderungen zu stellen, wurde ich zur Vorsitzenden gewählt (nicht Chorleiterin) und kümmere mich seitdem um organisatorische Chor-Angelegenheiten. Engen Kontakt zur Chorleitung, Chor-Finanzen, Terminplanungen, PR-Arbeit in Gemeindebriefen und Kontakte zur Presse.

Es gab einige Wechsel  in der Chorleitung, was immer für viel Unruhe im Chor gesorgt hat.

Aber inzwischen haben wir eine prima Lösung gefunden und haben einen genialen Pianisten als Chorleiter und für den Auftritt unterstützt uns unsere ehemalige Chorleiterin als ausgebildete Stimmbildnerin mit einem hervorragenden Dirigat, sodass der Chor sicher durch den Auftritt geleitet wird.

 

Unser Chor hat bisher beim Pop-Oratorium Luther und beim Martin Luther-King-Musical mitgemacht.

 

2) Wie groß ist Dein Chor?

Unser Projektchor hat immer so 35-45 Sänger u. Sängerinnen. Stimmverteilung ist wie in fast allen Chören: Sopran und Alt hält sich oft die Waage, i.d.R. 5-6 Tenöre, und manchmal nur 3-6 Bässe Aber immerhin sind alle Stimmlagen besetzt.
Bei den Workshops sind wir immer um die 60 Sänger/Innen (mehr können wir in unserem Probenraum leider nicht unterbringen)

Im nächsten Jahr planen wir unser 20 jähriges Chorjubiläum.

Unser Chorlogo enthält sogar die Gospelmännchen der Creativen Kirche Witten (natürlich mit der zuvor eingeholten Zustimmung) und zeigt so unsere Verbundenheit zur CREA, die uns bei vielen Workshops unterstützt und begleitet hat.

3)  Wie oft hast Du mit deinem Chor bereits bei dem Gospelday mitgemacht?
 
In 2013 und 2014 haben wir bereits am Gospelday teilgenommen und sind immer vor unserem Nahversorger in Husby aufgetreten. Da haben wir nicht wirklich viele Menschen erreicht. Mein Traum war es immer in einer großen Einkaufspassage in Flensburg aufzutreten. Das werden wir in diesem Jahr realisieren und zusammen mit dem „Ostenfelder Church Bizkits“ ein kleines Konzert gestalten.
Eine Zusage für einen Ort haben wir bereits.

 
4) Wie wird Euer Gospelday aussehen?
Wir werden in dem Förde Park Flensburg auftreten. Der Plan ist, dass jeder Chor 3-4 Songs vorträgt und  dass wir dann den Gospeldaysong gemeinsam singen. Die Leitung wird Gesa Thomsen machen. Aber es befindet sich zum jetzigen Zeitpunkt noch alles in der Planungsphase.


5) Worauf freust Du Dich am Gospelday am meisten?

Am meisten freue ich mich darauf, aus unserer trauten Umgebung der Kirche herauszutreten, wo normalerweise die Zuhörer gezielt zu uns kommen, um uns zu hören und in einer Einkaufspassage zu singen, wo Leute, die vllt. gar nicht zu uns gekommen wären, mit unserer Gospelmusik zu überraschen, sie mit der Musik zu infiszieren, zum Stehenbleiben und Zuhören zu bewegen, um sie dann mit der Botschaft des Gospeldays zu konfrontieren.

6) Was bedeutet es für Dich von einer gerechteren Welt zu singen?

Es bedeutet, Menschen zum Nachdenken zu bewegen, dass jeder Einzelne etwas tun kann, um zu helfen, dass jeder Mensch Zugang zu sauberem Trinkwasser erhält. Für uns ist das ja eine banale Selbstverständlichkeit und das sollte es für alle Menschen sein.

Vor dem Gospelday dachte man: Was kann meine einzelne Stimme schon ausrichten, aber nun sind es so viele tausend Stimmen, die sich erheben und zusammen können wir etwas bewegen und erreichen. Das macht mir Mut.

7) Zum Abschluss: Hast Du einen kleinen Tipp um die Welt jeden Tag ein kleines Stück gerechter zu machen?

Ich versuche, bei meinen Einkäufen Lebensmittel aus der Region zu bevorzugen. Außerdem haben wir unseren Fleischkonsum eingeschränkt, seitdem uns bewusst ist, wieviel Wasser allein für die Tierhaltung aufgewendet und verbraucht wird. 
Bei unseren Gospelworkshops bieten wir keine PET-Getränkeflaschen mehr an. Mein Arbeitgeber hat als Ökostromanbieter sogar unseren kompletten Chor mit nachfüllbaren Trinkflaschen ausgestattet.


Danke für deine Zeit und viel Spaß beim Gospelday 2019. 

Aktionspartner Gospel für eine gerechtere Welt: