Zukunftsmusik #1

Ich hab' mich fair-wählt

Als Veranstaltungsleiterin ist das Smartphone für mich unverzichtbar. Es klingelt ständig - Hallenplan, Sicherheitskonzept, Kontakte alles in einer winzigen schwarzen Box... Doch für mobile Endgeräte wird das Mineral Kobalt benötigt, das unter unmenschlichen Bedingungen (häufig von kleinen Kindern) im Kongo abgebaut wird. Dass es auch besser geht, zeigt das Fairphone.

Fair-was?

Mein neues Smartphone sollte also ein Fairphone sein, denn die verbauten Metalle sind fair gehandelt*. Das bedeutet: faire Preise für die Minenarbeiter, Arbeitsschutz und keine Kinderarbeit! Und noch einiges mehr an Fairness!

Der Auftakt

Beim Auspacken des Fairphones sehe ich keine Sinfonie in schwarz und Chrom. Es ist klobig, schwer und nur beidhändig zu bedienen. Dass es ohne Ladekabel und Kopfhörer geliefert wird und ohne Spezialanschlüsse auskommt, empfinde ich hingegen als positiv. So geht echte Nachhaltigkeit, denn ein USB-Kabel hat man vielleicht schon zuhause, Kopfhörer auch.

Dank der mitgelieferten Schutzhülle geht das Fairphone nicht so schnell kaputt. Funktioniert es doch mal nicht, kann ich das Gerät selber reparieren! Screen, Akku, Kamera - alle Teile sind einzeln nachzukaufen und mit dem ebenfalls mitgelieferten Schraubendreher und anschaulichen Videoanleitungen des Herstellers einzubauen. Ein modularer Aufbau macht das möglich. Das finde ich genial!

Ehrlich gesagt...

…atemberaubend ist das Fairphone im Alltag nicht. Das Android-System ist weltweit tonangebend für Smartphones und nicht weniger intuitiv als das IOS-Pendant - hier widerspreche ich allen Apple-Fans! Den großen Screen kann man gut lesen und Nachrichten schreiben wird dadurch einfacher, aber das Gewicht von 202 g und die Länge von 16 cm sind ein Problem. Auch das Google alle meine Daten hat, ist nicht gerade Musik in meinen Ohren. Aber alles vergeigt hat der Hersteller auch nicht, denn der Akku hält doppelt so lange, wie bei einem iPhone, die Apps laufen einwandfrei, die Kamera ist in Ordnung.

Für Designliebhaber und iPhone-Fetischisten ist das Fairphone nichts. Aber solange die großen Hersteller die alte Leier spielen - viel versprechen, aber nichts ändern - wähle ich das Fairphone! Denn es funktioniert. Einwandfrei. Es kostet mit Vertrag nicht mehr als die Handys für die Kinder arbeiten. Ich kann es noch lange nutzen, günstig reparieren und kommt eine bessere Kamera auf den Markt, kann ich sie austauschen, aber den Rest des Telefons behalten.

*so es denn möglich ist…

Aktionspartner Gospel für eine gerechtere Welt: